Volltreffer mit Jupp und Sarah

Auf ein Kölsch mit… Jupp: „Halt den Mund und die Bälle!“

Seit 2014 kümmert sich Josef Sowistrat, liebevoll von uns allen „Jupp“ genannt, um unsere Torhüter und Torhüterinnen. Entwickelt hierbei mehr und mehr ein eigenes Konzept für die Weiterentwicklung im spezifischen Torwarttraining. Ging es Anfangs nur um die Seniorentorhüter kümmert sich Jupp mittlerweile um alle Torhüter im Verein und begleitet sie vom Jugendbereich in den Seniorenbereich. Als er selber Torhüter war hieß es „Halt den Mund und die Bälle“, heute möchte Jupp selber eine menschliche Note in sein Torwarttraining einbauen. Wir stellen euch Jupp heute einmal etwas näher vor, wer steckt hinter diesem Namen? Sarah Olligschläger, ehemalige Torhüterin und mittlerweile Feldspieler  in bei unseren Damen hat für uns das Interview geleitet und wird auch in Zukunft mit Jupp gemeinsam noch mehr Personen befragen. Stell dich doch mal bitte vor Jupp…

Torwarttrainer Josef Sowistrat

Jupp: „Ich bin 60 Jahre alt und seit dem 1.September Pensionär. Bis dahin war ich Kriminalbeamter, zuletzt bei der Wirtschaftskriminalität. Böse Zungen behaupten, ich sei dort gewesen, weil ich so gerne in die Kneipe gehe.“

Sarah: „War das denn schon immer dein Wunschberuf zur Polizei zu gehen oder gerade auch in die Kriminalwirtschaft?“

Jupp: „Für den Polizeiberuf habe ich mich schon recht früh entschieden. Ich war eigentlich auch immer zufrieden mit meiner Entscheidung, weil die Vielseitigkeit mich schon beeindruckt hat. Für den Bereich Korruption oder Wirtschaftskriminalität habe ich mich allerdings erst nach dem Studium entschieden. Ich habe nach dem Studium bei der Polizei nebenbei Wirtschaftsrecht studiert und danach war dann eigentlich klar, dass diese Dienststellen für mich in Frage kamen. Die Herausforderung in diesem Deliktsfeld liegt darin, dass man geduldig und hartnäckig sein muss, oder wie man so schön sagt, einen langen Atem haben muss. Die Arbeit in diesem Bereich hat mir sehr viel Spaß gemacht und hätte auch gerne dort weitergearbeitet, aber auf der anderen Seite ist es auch nach 43 Dienstjahren schön, wenn man nicht so fremdbestimmt ist und so habe ich beschlossen, meine Berufsleben zu beenden.“

Sarah: „Hartnäckigkeit und Geduld, sind das auch Sachen die du für dich aus dem Beruf in dein privates Umfeld mitnehmen konntest?“

Jupp: „Also Geduld ist jetzt nicht unbedingt meine Stärke. Hartnäckigkeit schon eher. Aber ich muss ehrlich gestehen durch die Arbeit mit den Jugendlichen habe ich gelernt geduldiger zu sein. Ich finde überhaupt, dass ich durch das Training mit Kindern oder Jugendlichen viel gelernt habe.“

Sarah: „Wenn du jetzt mal auf dein Leben zurück blickst, was würdest du sagen, wie ist so deine Lebensphilosophie?“

Jupp: „Also ich glaube im Laufe der Zeit hat man Erlebnisse, die einen bewusster leben lassen. Man sieht Vieles gelassener, ist realistischer und setzt andere Schwerpunkte. Zum Beispiel in den Momenten, in denen es einem nicht gut geht, dann muss man sich deutlich machen, dass es Viele gibt, denen es schlechter geht. Was ich mir bewahren möchte, ist die Eigenschaft noch hin und wieder Unvernünftig zu sein.“

Sarah: „Ich weiß gar nicht, ob es alle wissen, du hast letztes Jahr geheiratet?“

Jupp: „Ja, den Antrag habe ich meiner Frau beim Oktoberfest 2015 im Vereinsheim des SV Weiden gemacht.“

Sarah: „Also deine Liebe und dein Hobby zusammengebracht, klingt vielversprechend! Welche Hobbies, außer dem SV Weiden, verfolgst du sonst noch so? Womit verbringst du sonst noch so deine Zeit?“

Jupp: „Ich habe mehrere Hobbys, zum Beispiel lese ich gerne.“

Sarah: „Was liest du zurzeit?“

Jupp: „Momentan lese ich das Buch: Das Wetter – Experiment. Es handelt von den Erfindern der Wetterkunde, von den ersten Versuchen der Ballonfahrer, genauere Hinweise für Wettermessungen zu erlangen. Und es berichtet von der Entwicklung von den ersten Wetterstationen bis hin zu den heutigen Wettervorhersagen, die im Vergleich vor 100 oder 200 Jahren das Wetter überwiegend zuverlässig voraussagen.“

Sarah: „Und wie kommt man auf so ein sachkundiges Buch in Vergleich zu Romanen?“

Jupp: „Ich habe das Buch geschenkt bekommen. Es hat sicherlich damit zu tun, dass ich segeln gehe und so eine Verbindung zum Wetter da ist. Aber ich muss sagen, dieses Buch interessiert mich auch unter anderen Aspekten. Zum Beispiel mit welch einfachen Mitteln die Leute die ersten Warnmeldungen weitergegeben haben, wie oft sie gescheitert sind, wie oft sie gehänselt und ausgelacht worden sind für ihre Ideen und dass sie trotzdem, und das fasziniert mich, nicht aufgegeben haben.“

Sarah: „Jetzt hast du gerade eben gesagt Segeln ist auch ein Hobby von dir?“

Jupp: „Ja, das kann man sicherlich auch als Hobby bezeichnen!“

Sarah: „Wo segelst du?“

Jupp: „Am liebsten in Kroatien, das schöne dort ist, dass man in Turnhose und T-Shirt dort hinfährt. Auf der Ostsee oder auf dem Ijsselmeer zum Beispiel, da muss man schon großes Gepäck mitnehmen, da es dort auch im Sommer, auch in der dänischen Südsee, übelst kalt werden kann.
Was mich besonders freut, dass es mittlerweile ein gemeinsames Hobby von meiner Frau und mir ist.
Als wir uns kennengelernt haben, konnte sie mit Segeln nicht viel anfangen. Aber jetzt versuchen wir wenigstens zwei Wochen im Jahr einen gemeinsamen Segelurlaub, meist in Kroatien, zu verbringen. Dabei muss man sagen, dass wir keine Hardcore-Segler sind, die jeden Tag besonders lange Strecken segeln müssen. Wir sehen die Zeit auch als einfache Erholung und fahren auch mal nur in eine Bucht, werfen den Anker raus und legen uns in die Sonne, lesen und gehen schwimmen. Wir können auch gerne mal bei schlechtem Wetter im Hafen bleiben, ohne dass wir ein langes Gesicht machen. Wir haben da keine Langeweile.

Sarah „Hast du ein eigenes Boot?“

Jupp: „Nein, ein eigenes Boot ist ein zu hoher Kostenfaktor, sowohl in der Anschaffung, wie auch in der Unterhaltung. Außerdem bist du räumlich zu sehr auf das Gebiet gebunden, in dem das Boot liegt.“

Sarah: „Kommen wir zurück zum Fußball. Hast du einen Lieblingsverein?“

Jupp: „Ich bin seit 1968 Fortuna Köln- Anhänger.“

Sarah: „1968? Klingt als wäre es ein besonderes Jahr gewesen.“

Jupp: „Nee, gar nicht… 1968 hat mein Onkel mich zu einem Spiel mitgenommen und seitdem bin ich auch treu geblieben.“

Sarah: „Treue spiegelt sich, glaube ich, auch in deiner Vereinshistorie beim SV Weiden wider. Seit wann bist du SV Weiden Fan bzw. Mitglied?“

Jupp: „Vor knapp 30 Jahren habe ich zum ersten Mal beim SV Weiden die 1. Mannschaft trainiert. Damals haben etliche Spieler, die jetzt im Vorstand sind oder bei den Altherren noch aktiv sind, noch gespielt. Wie zum Beispiel unser Geschäftsführer Uwe Walther. Ich habe mich damals schon sehr wohl gefühlt und auch meine Kinder waren ziemlich oft auf der Anlage. Es ist schon immer ein Verein gewesen der etwas Familiäres hat. Ich habe häufiger den Verein gewechselt und in der Verbandsliga, in der Landesliga, in der Bezirksliga trainiert. Nachdem ich vor ca. 20 Jahren dann noch einmal 2 Jahre Trainer in Weiden war, kann ich wirklich sagen, in Weiden habe ich die schönsten Jahre als Trainer verbracht.“

Damentorwarttraining

Sarah: „Und wann bist du dann zu den Torhütern übergegangen?“

Jupp:“ Das war 2014. Der SV Weiden feierte das 100-jährige Jubiläum und meine Frau und ich hatten gesehen, dass Björn Heuser auftritt und haben beschlossen, uns den Auftritt anzuschauen. Ich war dann überrascht wie viele Leute mich nach so vielen Jahren noch kannten und wie freundlich ich empfangen wurde. Ich bin dann gefragt worden, ob ich mir vorstellen könnte, noch einmal als Trainer zu arbeiten und schließlich kamen wir dann auf das Thema Torhüter. Na ja, dann habe ich zugesagt, und seitdem bin ich hier.“

Sarah: „Worunter unterscheidet sich denn das Torwart-Training mit den Kindern zu den Senioren? Was sind die besonderen Herausforderungen?“

Jupp: „Es ist ein enormer Unterschied. Im Jugendbereich ist es oft so, dass man meistens bei den Basics anfängt. Man hat dann recht schnell erste Erfolgserlebnisse, die aber je nach Altersgruppe zunächst noch nicht so konstant sind. Aber nach ungefähr einem Jahr, wenn die Jungs gewachsen sind, sieht man dann erste deutliche Veränderungen. Eine der größten Herausforderungen liegt dabei, meines Erachtens, in der Berücksichtigung der Unterschiede der einzelnen Torhüter in Bezug auf Koordination, Konzentration, Wachstum, Lernfähigkeit, Leistungswille, Mut und Ähnlichem. Dazu muss man schauen, in welcher Lebensphase die Spieler sich befinden. Da gibt es das „erste“ goldene Lernalter, die Pubertät, und viele weitere unterschiedliche Faktoren, die man beachten, erkennen und berücksichtigen muss.
Bei den Senioren macht man mehr Detailarbeit. Da hat man teilweise Torhüter, bei denen man feststellt, da fehlen eigentlich nur Kleinigkeiten. Aber oft sieht man auch Dinge, die die Torhüter sich über Jahre falsch angewöhnt haben. Da arbeitet man wirklich im Detail, um Veränderungen zu erreichen. Außerdem sind die Atmosphäre und die zwischenmenschliche Beziehung bei der Arbeit mit den Seniorentorhütern etwas anders. Es ist beides reizvoll, aber absolut unterschiedlich.“

Sarah: „Wie eng ist denn deine Bindung zu den Jugendtorhütern? Gab es denn auch schon Situationen, wo du Torhüter mal in die Schranken weisen musstest?“

Jupp: „Also, bei den Jugendlichen ist es schon eindeutig so, dass sie eine nähere Bindung zum Mannschaftstrainer haben. Das ist auch ganz gut so, weil ich die Jugendlichen nur eine halbe oder dreiviertel Stunde in der Woche erlebe. Und was das „In die Schranken-Weisen“ betrifft: Insgesamt glaube ich, dass ich alleine aufgrund des Alters eine gewisse Autorität und Distanz habe, so dass ich bisher in dieser Hinsicht nur selten kritische Situationen hatte. Die konnten bisher allerdings immer mit einem Mix von deutlicher Ansage und klärendem Gespräch ohne bleibende Schäden bereinigt werden.“

Jugendtorwarttraining

Sarah: „Wie viele Torhüter sind es insgesamt im Jugend-/ und Seniorenbereich die du trainierst?“

Jupp: „Im Seniorenbereich sind insgesamt 6 Torhüter der 1. und 2. Mannschaft im Torwarttraining, dann die Torhüterinnen der Damenmannschaft und der Torhüter der A-Jugend, also 9.
Im Jugendbereich habe ich momentan 9 Jugendtorhüter im Training.

Sarah: „Das ist ja eine ganze Menge. Da bedarf es sicherlich einer großen Vorbereitung. Wie gehst du da vor?“

Jupp: „Die Vorbereitung ist ein ganz wichtiger Teil. Für mich ist es essentiell, jede Trainingseinheit individuell vorzubereiten, ohne dass ich mir irgendetwas irgendwo abschreibe oder einfach nur als komplettes Programm im Internet runterlade. Ich versuche immer das Training an den oder die Torhüter anzupassen. Bei der Vorbereitung ist es für mich wichtig, Bilder von den Torhütern und dem geplanten Trainingsablauf vor Augen zu haben. Für jemanden der schon bisschen älter ist, ist es zudem ganz wichtig, nicht immer eingefahrene Wege zu gehen.
Aber genauso wichtig wie eine intensive Vorbereitung, finde ich das Erkennen von Fehlern, das konsequente Einschreiten und das Korrigieren mit dem konkreten Aufzeigen von Verbesserungsvorschlägen.
Dabei ist es für mich relevant, dass man die eigene Erfahrung als aktiver Torwart nicht übermäßig ins Training einbringt, weil jeder Torwart seine Stärken und seine Schwächen hat, und sich das Torwartspiel extrem geändert hat. Es gibt Ausbildungsrichtlinien von DFB und UEFA und es gibt Trainerlizenzen mit Schwerpunkt Torwart-Ausbildung. Alleine dadurch wird deutlich, wie die Bedeutung der Position Torwart gestiegen ist.

Sarah: „Wie definierst du denn deine Ziele beim Training?“

Jupp: „Es gibt Dinge, die nach meiner Vorstellung ein absolutes Muss für die Ausbildung von Jugendtorhütern darstellen. Als Beispiel möchte ich hier anführen, dass wir mit unseren Torhütern trainieren, beidfüßig zu spielen
Meine Ziele in der Ausbildung sind, dass alle Jugendtorhüter, die bei mir trainieren, ein Niveau erreichen sollen, dass sie mit 18 Jahren selbst entscheiden können, ob Sie noch weiterspielen wollen oder nicht und nicht deshalb aufhören müssen, weil sie keiner mehr haben will. Es gibt ein zweites Ziel, da kann man vielleicht ein bisschen schmunzeln, ist aber absolut ernst gemeint. Der Torwart soll in der Mannschaft nicht der schlechteste Spieler sein…“

Sarah: „Du hast eben die Torwarttrainer-Lizenz angesprochen. Du bist schon seit längerem im Besitz der Trainer A- und B-Lizenz. Jetzt hast du auch noch die DFB-Torwarttrainer-Lizenz absolviert. Warum hast du die in Rheinland-Pfalz bzw. in Baden-Württemberg absolviert und nicht hier quasi vor der Haustür in Hennef?“

Jupp: „Ich habe mich bewusst bei anderen Fußballverbänden beworben, weil ich neue Ansätze kennenlernen wollte. Dazu muss man sagen, dass Baden-Württemberg eine Art Vorreiterrolle für die neue Art Torwart zu spielen besitzt.“

Sarah: „Ist es da auch klassisch mit Schulbank drücken und anschließendem Test danach?“

Jupp: „Der Lehrgang besteht insgesamt aus drei Abschnitten. Dabei erhält man für die ersten beiden Lehrgänge eine Teilnahmebescheinigung, die Voraussetzung für die Teilnahme beim Prüfungslehrgang sind. Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen Prüfung, für die praktische Prüfung musste man Lehrproben zunächst schriftlich vorbereiten und schließlich auf dem Platz demonstrieren.“

Sarah: „Würdest du sagen, dass hat dich persönlich wie auch fachlich weitergebracht?“

Jupp: „Eindeutig ja, aber man muss auch hier sehr sorgfältig darauf achten, dass man das erlernte Wissen auf das Niveau der jeweiligen Torhüter herunterbricht. Die Ausbildung zielt eindeutig auf den absoluten oberen Leistungsbereich, da kann man nicht alles 1 zu 1 auf unsere Torhüter übernehmen.“

Sarah: „Du hast ja schon ein bisschen das Problem zwischen Torhüter und Mannschaft geschildert. Was würdest du denn sagen, ist die größte Herausforderung eines Torwarts generell im Spiel?“

Unsere jüngsten Torhüter

Jupp. „Einen Mittelweg zu finden zwischen einem Torspieler und Torhüter. Ein Torhüter, der ein genialer Fußballer ist, aber Schwächen beim „Bälle halten“, wird es langfristig schwer haben. Andererseits wird in Zukunft, auch schon auf unterer Amateurebene, niemand eine Chance habe, der keinen vernünftigen Pass oder Flugball spielen kann. Besonders wichtig ist für mich die Körpersprache. Die Ruhe, die Ausstrahlung, die Fähigkeit, nach Fehlern weiterzuspielen, das kann man nicht in kurzer Zeit und auch nicht in jungen Jahren lernen. Das ist teilweise ein Typ-Sache, aber hauptsächlich eine Sache der Erfahrung.“

Sarah: „Also sollte man Jugendtrainern dazu raten, Torhüter als Feldspieler mittrainieren zu lassen?“

Jupp: „Torhüter Fußball spielen zu lassen ist auf jeden Fall gut, weil nur dort die fußballerische Technik erworben werden kann. Auch um ein taktisches Gefühl zu entwickeln, sollten die Torhüter die Positionen der Feldspieler aktiv kennen.
Es gibt aber aus meiner Sicht noch einen Grund, um Torwarttrainer im Mannschaftstraining mitspielen zu lassen: Es gibt viele Torhüter, die dazu neigen, ein wenig lauffaul zu sein. Von daher sollten die kennenlernen, wie anstrengend es für einen Feldspieler ist, wenn man jede Menge Sprints absolvieren, dann noch einen Ball spielen oder flanken und noch in der Defensive arbeiten muss. Umgekehrt sollte man im Training ruhig mal einen Feldspieler aushilfsweise ins Tor stellen, damit auch da ein Gefühl dafür entsteht, wie schwer es manchmal für einen Torwart ist… und ungerecht.“

Sarah: „Jetzt hast du Sachen angesprochen, die man für die Zukunft ändern sollte, gehen wir mal drei Jahre zurück. Was würdest du sagen, was hat sich verändert?“

Jupp: „Als ich hier angefangen habe, da war ich ein richtiger Einzelkämpfer. Ich hatte keinen fest zu gewiesenen Platz, ich hatte kein Material, die Akzeptanz für individuelles Torwarttraining war bei den meisten Trainer so gut wie nicht vorhanden und ein Großteil der Trainingszeit ging damit verloren, dass wir während des Trainings den Platz wechseln mussten.
Heute sind wir davon zum Glück weit weg. Als Beispiel möchte ich für den Seniorenbereich unsere „Montagsgruppe“ anführen. Da können wir mit unseren Seniorentorhütern eine ganze Platzhälfte nutzen. Das ist schon eine komfortable Situation. Das Feedback bekommen wir auch immer wieder von neuen Torhütern. Diese Trainingsmöglichkeit kennen sie von ihren alten Vereinen nicht. Man kann sagen, im Seniorenbereich sind wir ganz gut aufgestellt.
Allerdings muss ich hinzufügen, dass das Fangen von Flanken, Abschlägen oder Flugbällen, das Trainieren von 1 gegen 1 Situationen oder sonstigen Situationen auch nur unter diesen räumlichen Bedingungen trainiert werden kann.
Im Jugendbereich gibt es sicherlich aufgrund der zahlreichen Mannschaften ein räumliches Problem, aber wir versuchen das durch Absprachen mit den Mannschaftstrainern und dem sportlichen Leiter Jugend so gut wie möglich zu lösen. Insgesamt ist auch hier durch das offene Miteinander die Situation ziemlich gut gelöst.“

Sarah: „Du hast beides trainiert, Mannschaft und Torhüter. Hast du dir da eine Art Philosophie angeeignet?“

Jugendtorhüter warten auf Jupps Anweisungen

Jupp: „Zunächst einmal ist mir ganz wichtig, dass ich sowohl im Jugendbereich wie auch Seniorenbereich den Menschen sehe. Ich würde mir wünschen, und bei meinen bisherigen Trainerstationen hat das eigentlich immer ganz gut geklappt, wenn man sich später mal irgendwann begegnet, dass man noch miteinander redet und vielleicht noch ein Bier miteinander trinkt.
Aber auch bei Jugendlichen ist mir ganz wichtig, dass ich Verständnis aufbringe, für die Schule, für die Pubertät, für den Stress mit den Eltern. Ich glaube der menschliche Aspekt ist für mich auch hier grundlegend. Ich scheue mich aber auch nicht, mal eine klare Ansage zu machen, wenn ich glaube, dass eine Grenze erreicht ist. Wir wollen ein Ziel erreichen und das geht letztendlich nur, wenn bestimmte Regeln eingehalten werden.“

Sarah: „Auf den SV Weiden allgemein bezogen. Was würdest du am liebsten, unabhängig von den Kosten, gerne am Verein verändern.“

Jupp: „Ganz ehrlich würde ich mir wünschen, dass ein bisschen weniger gemeckert werden würde. Das kann ich meiner Meinung nach ein wenig einschätzen, weil ich in vielen Verein sowohl als Spieler, als auch als Trainer tätig war und dort unterschiedlichste Menschen und Strukturen erlebt habe. Es ist sicherlich nicht immer alles gut und gerade das, was einen in diesem Moment betrifft, ist vielleicht besonders nervig, aber es ist schon ziemlich Vieles positiv. Ich glaube, mit offenen Gesprächen und gegenseitigem Verständnis kann man sich hier schon sehr wohlfühlen und es wird hier schon ganz viel richtiggemacht.“

Sarah: „Um Dinge zu verändern, muss man auch schon mal selbst Hand anlegen. Es gibt einen Holzschuppen, den habt ihr mit den Torhütern selbst gebaut. Wie kam es dazu?“

Jupp: „Ich finde, dies ist auch ein ganz klarer Punkt, der einmalig ist. Es gab einen Dachüberstand neben der Geschäftsstelle, und wir hatten keinen Schrank für unsere Materialien. Wir haben vom Vorstand die Zusage erhalten, dort einen Schrank bauen zu können. Sowohl Jugendtorhüter, wie auch Senioren- und Damentorhüterinnen haben mitgemacht. Wir haben jetzt einen Materialraum, den wir genau nach unseren Vorstellungen, Maßen und Bedürfnissen anlegen konnten. Darüber hinaus sind dabei noch zwei weitere Aufbewahrungsräume für den Platzwart und die Beachvolleyballabteilung entstanden.“

Sarah: „Kannst du uns noch deine persönlichen Ziele im sportlichen Bereich nennen?“

Jupp: „Wie ich gesagt habe, fühle ich mich sehr wohl in Weiden. Solange man mit mir und meiner Arbeit zufrieden ist, werde ich sicherlich weitermachen. Ich werde aber auf keinen Fall noch einmal den Verein wechseln. Der SV Weiden wird definitiv meine letzte Trainerstation sein.“

In kleiner Runde: Seniorentorwarttraining

Vielen Dank Sarah und vielen Dank Jupp. Wir freuen uns jetzt schon auf die nächsten Interview-Partner.

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